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Das Wissen von West- und Ostdeutschen
über die jeweils andere Gesellschaft und deren Entwicklung
ist bis heute sehr begrenzt. Politisch-historische Bildung sollte
vergleichende Blicke in beide deutschen Teilgesellschaften ermöglichen
und intensivieren: Denn deutsch-deutsche Vergleiche, die Entdeckung
von Parallelen, die Einsicht in gegensätzliche Entwiclklungen
und die Kenntnis gegenseitiger Einflüsse bieten wichtige Erkenntnisse
über die Voraussetzungen, unter denen die Gegenwart und Zukunft
der Bundesrepublik gestaltet wird.
Die DDR-Geschichte gilt es im Westen stärker wahrzunehmen
– und zwar nicht nur als ostdeutsche Regionalgeschichte, sondern
auch als Teil eines gesamteuropäischen sozialistischen Jahrhundertprojekts
und als diktatorische Erfahrung eines großen Teils der Deutschen
und Europäer.
Umgekehrt sind auch eine Kenntnis und kritische Reflexion der
westdeutschen Erfahrungen notwendig. Gerade in den neuen Bundesländern
sind die Traditionen, Wandlungen und Entwicklungsschritte der westdeutschen
Gesellschaft wenig bekannt. Das gegenseitige Kennenlernen und Diskutieren
dieser beiden Seiten gehört zur deutschen Einheit.

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